Die Probleme in 2015

Das Jahr ist noch nicht wirklich alt, da kommen die ökonomischen Probleme wieder zum Vorschein. Ich möchte hier einmal meine Sichtweise der wirtschaftlichen Probleme für Deutschland und Europa für das Jahr 2015 kurz aufzeigen.

Der Verfall des Euro

Da ist zu allererst der Euro Verfall gegenüber dem Dollar. Das ist im Grunde zwar kein wirkliches Problem für die Verbraucher und Unternehmen, aber es „knirscht im Gebälk“ wie man so schön sagt. Große Währungsschwankungen in kurzer Zeit sind immer schlecht für die Finanzmärkte, denn es gilt die Absicherungsmechanismen anzupassen und die richtigen Zeitpunkte zu erkennen. Wenn eine Bank hier aufs falsche Pferd setzt, dann kann es schnell zu einer Schieflage kommen.

Für die Verbraucher wird mit einem Euro Verfall normalerweise Inflation importiert, da diese aber durch den gefallenen Ölpreis vielfach überkompensiert wird, ist ein weiterer Euro Verfall kein Problem. Die Inflation wird niedrig bleiben.

Die Unternehmen besonders aus Deutschland profitieren sogar ganz enorm davon. Denn sie können ihre Produkte auf dem Weltmarkt zu konkurrenzgünstigen Preisen losschlagen. Hätte Deutschland noch eine eigene Währung, dann würde diese aufgrund des ausgeglichenen Haushalts und der Stärke der Exportnation Deutschland sehr stark aufwerten. Und das wäre schlecht für die Konkurrenzfähigkeit. Aber so werden die Unternehmen weiter profitieren.

Der Preisrutsch beim Öl

Grundsätzlich ist der Ölpreisverfall ja positiv für die Unternehmen und Verbraucher, denn die Kosten für Energie sinken und es bleibt mehr Geld für andere Ausgaben übrig. Das gilt für Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen. Dadurch wird die Binnenkonjunktur angekurbelt, denn der private Konsum wird steigen.

Da der Staat aber stark von den Steuereinnahmen aus der Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer profitiert, bin ich mir nicht sicher, ob der Konsumanstieg dies asugleichen kann. Hier entstehen also Risiken bei den Steuereinnahmen.

Das größte Problem sehe ich aber in den Auswirkungen bei den Förderländern. Es herrscht ein Krieg um Marktanteile beim Öl, der zwischen Saudi Arabien und den USA geführt wird. Die Saudis haben Förderkosten von lächerlichen 8 Dollar je Barrel, bei den USA sieht das ganz anders aus. Die USA haben mit dem Fracking Verfahren für diesen Förderboom und das Überangebot auf dem Weltmarkt gesorgt. Doch die privaten Unternehmen haben sich über Kredite finanziert und Förderkosten, die zwischen 50 und 80 US Dollar je Barrel liegen. Ein nachhaltiger, niedriger Ölpreis kann hier zu Insolvenzen und Kreditausfällen führen. Finanzkrise 2.0?

Fazit: der Ölpreisverfall ist ein großes Risiko für 2015. Neben den privaten Ölförderfirmen in den USA sind auch Staaten wie Venezuela und Rußland gefährdet. Das könnte zu einer neuen Finanzkrise mit unabsehbaren Auswirkungen führen.